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In diesem Beitrag begleite ich dich in 4 einfachen und bebilderten Schritten bei deiner Camper Isolierung. Nimm dir einen Augenblick Zeit zum Durchlesen und gehe dann gut vorbereitet an die Arbeit! 😉

Inhalt: Das erwartet dich

  1. Laderaum freiräumen & reinigen
  2. Rost entfernen & vorbeugen
  3. Isolierung des Bodens
  4. Isolierung von Wänden & Decke

1. Laderaum freiräumen & reinigen

Ein freigeräumter Laderaum ist die Grundvoraussetzung dafür, dass du gründlich und in Ruhe arbeiten kannst. Sorge also dafür, dass nichts mehr im Fahrzeug steht oder liegt, bevor du beginnst. Den Boden des Laderaums fegst du dann am besten einmal gründlich.

Außerdem ist es wichtig, dass alle Metalloberflächen fettfrei sind. So können Alubutyl und Armaflex (dazu später mehr) später gut anhaften. Für die Reinigung der Oberflächen eignet sich z.B. Bremsenreiniger. Achte darauf, dass du während der Reinigung Handschuhe trägst, um deine Haut zu schonen.

2. Rost entfernen & vorbeugen

Wenn die Karosserie an vereinzelten Stellen rostet, dann sind die folgenden Schritte notwendig, bevor du damit beginnst, den Innenraum zu isolieren:

  1. Roststellen mit einer Drahtbürste entfernen
  2. Roststellen mit Schleifpapier nachbearbeiten
  3. Rostrückstände mit Rostumwandler behandeln
  4. Rostschutzfarbe auftragen

Roststellen mit einer Drahtbürste entfernen

Im ersten Schritt geht es darum, vorhandene Roststellen grob zu bearbeiten. Eine Drahtbürste eignet sich hierfür besonders gut. Sie entfernt den Großteil des Rostes. Hierfür wirst du je nach Menge der Roststellen etwas Ausdauer und Geduld brauchen. Diese Arbeit ist aber notwendig, um größeren Rostschäden vorzubeugen.

Roststellen mit Schleifpapier nachbearbeiten

Im nächsten Schritt solltest du alle Stellen nachglätten, die du zuvor mit der Drahtbürste bearbeitet hast. Hierfür eignet sich Schleifpapier am besten. Damit kannst du außerdem Rostreste entfernen, die du mit der Drahtbürste nicht beseitigen konntest.

Rostrückstände mit Rostumwandler behandeln

Anschließend empfehle ich dir, auf alle bearbeiteten Stellen Rostumwandler aufzutragen. Auf diese Weise kannst du die Ausbreitung von eventuell verbliebenen Roststellen aktiv verhindern. In diesem Punkt lohnt es sich, auf Nummer sicher zu gehen.

Rostschutzfarbe auftragen

Im letzten Schritt solltest du an allen bearbeiteten Stellen zusätzlich Rostschutzfarbe auftragen. Du kannst sie in verschiedenen Farben kaufen, sodass sie der Lackierung deiner Fahrzeugkarosserie entspricht.

3. Isolierung des Bodens

Die Isolierung des Bodens verläuft in den folgenden Schritten:

  1. Unterkonstruktion ankleben
  2. Zwei Schichten Armaflex anbringen
  3. Unterkonstruktion isolieren & Bodenplatte einlegen

Unterkonstruktion ankleben

Bevor es an die eigentliche Wärmedämmung geht, ist es sinnvoll, die Unterkonstruktion für die Bodenplatte mit der Karosserie zu verkleben. So musst du beim Dämmen nicht darauf achten, eine Lücke für die Holzlatten zu lassen. Für die Unterkonstruktion verwenden wir in der Regel mehrschichtige Holzlatten mit den Maßen 24x40mm. Diese Holzlatten kleben wir dann mit Sika 252i Klebstoff an der Karosserie fest.

Zwei Schichten Armaflex anbringen

Sobald die Unterkonstruktion fertig ist, kannst du die erste Schicht Armaflex anbringen. Indem du zwei Schichten Armaflex verklebst, verhinderst du, dass zwischen dem Dämmmaterial und der Karosserie Hohlräume bestehen bleiben. In solchen Hohlräumen kann sich Kondenswasser bilden, sodass die Karosserie zu rosten beginnt.

Deshalb verwenden wir im Bodenbereich die folgenden Armaflex-Stärken:

  • erste Schicht: 9mm
  • zweite Schicht: 6mm

Armaflex mit deiner Dicke von 19mm ist zu unflexibel, um es zwischen der Unterkonstruktion zu zu verkleben, dass keine Hohlräume entstehen. Wenn du für die erste Schicht 9mm dickes Armaflex verwendest, dann kannst du es so ankleben, dass es überall direkt am Blech anliegt. Anschließend klebst du die zweite Schicht Armaflex (6mm) auf die erste, um die nötige Dämmwirkung zu erhalten.

Unterkonstruktion dämmen & Bodenplatte einlegen

Im letzten Schritt klebst du eine 3mm starke Schicht Armaflex auf die Unterkonstruktion. Somit ist die Bodenfläche komplett isoliert. Jetzt kannst du die Bodenplatte einlegen und mit der Unterkonstruktion verschrauben – fertig ist dein Camper Boden! 🙂

4. Isolierung von Wänden & Decke

Die Isolierung von Wänden und Decke verläuft etwas anders als die Isolierung des Bodens. Das musst du hier beachten:

  • Fenster vorher einbauen
  • Holzlatten ggf. verschrauben
  • Alubutyl vor Wärmedämmung anbringen
  • andere Dämmstärken nutzen

Wichtiger Hinweis: Bitte nutze für deinen Camper ausschließlich Armaflex vom Typ XG oder AF. Der Typ ACE enthält einen Kleber, der in erhöhtem Maß Dämpfe ausdünstet, die nicht nur unangenehm riechen, sondern auch gesundheitsschädlich sein können.

Fenster vorher einbauen

Klingt eigentlich logisch, aber man vergisst es doch schnell: Bevor du deinen Camper isolierst, musst du die Fenster einbauen – falls du welche einbauen möchtest. In einem ausführlichen Artikel findest du eine Anleitung zum Nachrüsten von Wohnmobil Fenstern.

Holzlatten ggf. verschrauben

Auch an den Wänden und an der Decke deines Campers solltest du eine Unterkonstruktion anbringen. Die dient später zur Befestigung der Innenverkleidung. Soweit so gut. Teile dieser Unterkonstruktion werden jedoch auch als tragende Elemente dienen. Die betreffenden Holzlatten musst du zusätzlich verschrauben.

Trotz der Verschraubung musst du auch diese Holzlatten an der Karosserie festkleben, damit sich zwischen Holzlatte und Blech kein Kondenswasser bilden kann. Vorher sind jedoch die folgenden Schritte nötig:

  1. Loch bohren
  2. Rostschutzfarbe auftragen
  3. Nietmutter einsetzen

Wichtiger Hinweis: Bitte verwende für die Befestigung tragender Elemente keine selbstschneidenden Schrauben! Diese Schrauben scheinen zwar praktisch, sorgen aber dafür, dass die Karosserie an den Bohrungen früher oder später anfängt zu rosten.

Loch bohren

Für die Verschraubung der Holzlatten braucht es passende Löcher im Karosserieblech. Ich empfehle dir, diese Löcher zu zweit zu bohren. Zum einen ist das sicherer und zum anderen kannst du die Löcher auf diese Weise bei rangehaltener Holzlatte so bohren, dass sie beim Holz und beim Blech genau in der Flucht liegen.

Rostschutzfarbe auftragen

Anschließend solltest du Rostschutzfarbe auftragen, damit an den Bohrungen kein Rost entstehen kann.

Nietmutter einsetzen

Nachdem die Rostschutzfarbe getrocknet ist, kannst du die Nietmuttern einsetzen. Hierfür gibt es spezielle Nietmutternzangen. Sobald die Nietmuttern sitzen, kannst du die tragenden Holzlatten erst ankleben und dann festschrauben.

Alubutyl vor Wärmedämmung anbringen

Über die Wärmedämmung hinaus ist es sinnvoll, an den Wänden und der Decke deines Campers sogenanntes Alubutyl anzubringen. Alubutyl ist ein silbernes, selbstklebendes Material, das zur Schalldämmung dient. Manchmal werden diese Matten auch als Antidröhnmatten bezeichnet.

Auf dem Boden sind diese Matten in der Regel nicht nötig, weil es hier keine großen durchgehenden Flächen gibt, von denen ein blecherner Klang ausgehen könnte. An den Wänden und an der Decke gibt es jedoch solche Flächen. Mit Hilfe der Alubutylmatten kannst du dafür sorgen, dass die Karosseriegeräusche dumpfer klingen.

Andere Dämmstärken nutzen

Auch in Bezug auf die Stärke der Armaflex-Matten unterscheidet sich das Optimum für Wände und Decke vom Optimum für den Boden. Für die großen Flächen an Wand und Decke empfehle ich dir 19mm starkes Armaflex.

Hier ist nur eine Schicht nötig, weil auch mit einem dickeren Material gewährleistet ist, dass zwischen Dämmung und Blech keine Hohlräume bleiben. An den Holmen verwenden wir Armaflex mit einer Stärke von 6mm. Das ist hier vollkommen ausreichend.

Erneuter Hinweis: Bitte nutze für deinen Camper ausschließlich Armaflex vom Typ XG oder AF. Der Typ ACE enthält einen Kleber, der in erhöhtem Maß Dämpfe ausdünstet, die nicht nur unangenehm riechen, sondern auch gesundheitsschädlich sein können.

Wenn du diesen Schritt geschafft hast, dann ist dein Camper fertig isoliert – herzlichen Glückwunsch! 🙂 Jetzt kannst du dich an den weiteren Ausbau machen. Hier findest du die dazu passenden Ausbau Anleitungen.

Seit 2019 ist Henry zuständig für unseren Blog. Jeder Artikel entsteht in Zusammenarbeit mit Heiko, unserem Camper Ausbau Experten. Er prüft alle Angaben und gibt den Text anschließend frei.